»Im Schlamm versunken« - Neue Sonderausstellung im Museum in der Kaiserpfalz

Die Geschichte des Paderborner Marktplatzes wird im Museum in der Kaiserpfalz neu aufgerollt: Die Sonderausstellung »Im Schlamm versunken«" ermöglicht vom 28. Oktober 2014 bis zum 30. Januar 2015 im Foyer des Museums einen neuen Blick in die Paderborner Vergangenheit.

»Seltene und aufschlussreiche Funde zeigen die Ergebnisse der diesjährigen Ausgrabungen vor dem Paderborner Dom und führen die Besucher auf eine archäologische Spurensuche«, freut sich Dr. Sven Spiong, Archäologe beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Im Zuge der geplanten Neugestaltung untersuchten die Fachleute der LWL-Stadtarchäologie den Platz in engen Schnitten und machten dabei interessante Entdeckungen, die vom bunten Treiben auf dem Marktplatz über die Jahrhunderte hinweg zeugen und auch die Platz- und Grundstückssituation im Südteil der Domburg neu bewerten: So weisen massive Fundamente eines repräsentativen mehrgeschossigen Steingebäudes darauf hin, dass die Ostwestverbindung durch die Burg weiter südlich als ursprünglich angenommen verlief, dort, wo um 1170 die Gaukirche errichtet wurde.

Der Markplatz, der Mitte des 12. Jahrhunderts angelegt wurde, war und ist für die Stadt ein bedeutendes historisches und touristisches Zentrum. »Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Stadtarchäologie Paderborn verlief für beide Seiten äußerst zufriedenstellend. Das Gemeinschaftsprojekt von geplanter Neugestaltung des Marktplatzes und vorausgehenden Ausgrabungen barg so einige organisatorische und logistische Herausforderungen, die wir aber gemeinsam und in enger Abstimmung mehr als gut gemeistert haben,« zeigt sich der erste stellvertretende Bürgermeister Dietrich Honervogt begeistert.

Im Laufe der Jahrhunderte durchlief der Platz zahlreiche Veränderungen. Besonders im 13. und 14. Jahrhundert litt er unter der mangelnden Abfallentsorgung, der Müll der Anwohner sammelte sich auf dem Platz an und bildete übel riechende Schlammschichten. Immer, wenn es dem Bischof zu sehr stank, ließ er den Platz neu pflastern, so dass bis zu sieben Pflasterschichten und stinkender Unrat erhalten blieben. In diesen Schichten fanden die Archäologen Fundstücke, wie etwa das Siegel einer Papsturkunde oder ein Pilgerzeichen einer Marienwallfahrt, die belegen, dass der durch Paderborn verlaufende Hellweg auch ein Pilgerweg war. »Das Siegel mit einer Darstellung von Petrus und Paulus war ursprünglich an einer Urkunde befestigt, die von Papst Innozenz im 13. Jahrhundert ausgestellt wurde. Zu unserem Glück ging es wohl einem der hohen Beamten des Bischofs verloren«, freut sich Dr. Martin Kroker, Leiter des Museum in der Kaiserpfalz. Eine große Anzahl von Lederabfällen weist darauf hin, dass zu dieser Zeit zumindest zeitweise auch ein Schuster auf dem Domplatz arbeitete.

Auch der Bau des Domes im 13. Jahrhundert lässt sich durch die Ausgrabungen nachempfinden: Südwestlich des Doms entdeckten die Archäologen zwei mindestens vier Meter tiefe Steinkuhlen. Diese sind auf den Abbau von Kalkstein zurückzuführen, der für den Bau des Domes benötigt wurde. Die Säulenbasis eines romanischen Domfensters bezeugt hingegen die schmückenden Architekturelemente des Doms.

Das heutige Bild des Markplatzes ist auf die Neugestaltung im 18. Jahrhundert zurückzuführen, eindrucksvolle Barockfassaden und der Neptunbrunnen vom Neuhäuser Schlossinnenhof prägen bis heute das Bild vom alten Marktplatz.

Ausgewählte Funde der Ausgrabung sind nun im Museum in der Kaiserpfalz zu sehen. Ergänzend zur Sonderausstellung findet am Mittwoch (29.10.2014) um 18.00 Uhr der Vortrag »Im Schlamm versunken: Die Geschichte des Markplatzes im Fokus der Archäologie« von Dr. Sven Spiong statt. Der Eintritt ist kostenlos.

Weitere Informationen finden Sie auch auf www.kaiserpfalz-paderborn.de.

Wann?

Die Sonderauststellung läuft vom 28. Oktober 2014 – 30. Januar 2015.

Der Vortrag findet am 29. Oktober 2014 um 18.00 Uhr statt.

Wo?

(Quelle: PM des Landschaftsverband Westfalen-Lippe, LWL)

28. Oktober 2014, ts

Rubrik:
Kunst & Kultur
Region:
Teutoburger Wald
Tags:
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