Fastfood und Wegwerfgeschirr der Sumerer

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe präsentiert in Herne ab dem 3. November 2013 bis zum 21. April 2014 einzigartige Funde aus der ersten Großstadt der Menschheit: Uruk. Die Ausstellung »Uruk - 5.000 Jahre Megacity« des Vorderasiatischen Museums - Staatliche Museen zu Berlin kommt in das LWL-Museum für Archäologie in Herne.

Schon vor 5.000 Jahren gab es an dem Ort im heutigen Irak vieles, was moderne Großstädte ausmacht: Staats- und Privatwirtschaft, berufliche Spezialisierung, Kantinen und – Fastfood.

Auf dem Wege Uruks zur Großstadt kam es zu großen gesellschaftlichen Umwälzungen: Es entstanden Arbeitsteilung und Massenproduktion. Die Menschen waren nicht mehr Selbstversorger, sondern gingen zur Arbeit. Ein von der Elite gesteuertes Versorgungssystem war für die Aufteilung grundlegender Güter zuständig.

Davon zeugen beispielsweise die sogenannten »Glockentöpfe«: schlichte, standardisiert hergestellte Keramikgefäße, die millionenfach bei Ausgrabungen zu Tage kamen. Spuren des Gebrauchs fehlen meistens. Alles deutet daraufhin, dass es sich bei den Glockentöpfen um ein einfaches Wegwerfprodukt handelt, vergleichbar mit dem heutigen Plastikgeschirr.

Alte Verwaltungstexte aus Uruk belegen eine Zuteilung von Essensportionen an die Arbeiter. Von besonderer Bedeutung ist hierbei, dass das Wort für »Ration« aus zwei Bildern zusammengesetzt ist: einem menschlichen Kopf und einer Schale. Daher wird angenommen, dass diese Glockentöpfe dazu dienten, die Arbeiter am Arbeitsplatz mit ihrer täglichen Nahrungsration zu versorgen. Archäologen vermuten, dass es sich bei der Einteilung von Rationen in diesen Glockentöpfen um eine Art Bezahlung der Arbeiter gehandelt haben könnte. Diese bestand wahrscheinlich aus Brot oder einer Art Bierbrei.

Da die Töpfe kaum Gebrauchsspuren aufweisen, spricht vieles dafür, dass es eine Art Mittagspause gab, bei der die Arbeiter zusammen mit ihren Kollegen – statt mit ihren Familien – aßen und die Glockentöpfe danach einfach wegwarfen.

Wann?

Die Austellung läuft vom 3. November 2103 bis zum 21. April 2014.

Wo?


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(Quelle: PM des Landschaftsverband Westfalen-Lippe, LWL)

25. Oktober 2013, ts

Rubrik:
Kunst & Kultur
Region:
Ruhrgebiet
Tags:
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