»Sex und Evolution«

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zeigt ab dem 11. Oktober 2013 die neue Sonderausstellung »Sex und Evolution« im LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Die Besucher bekommen Einblicke in die verschiedensten Facetten der sexuellen Fortpflanzung im Tier- und Pflanzenreich und deren Bedeutung für die Evolution.

Bereits im Sommer 2012 begannen der zoologische Präparator Rudolf Loheide gemeinsam mit der präparationstechnischen Volontärin Jacqueline Winkler die beiden größten Tierpräparate anzufertigen. Sie zeigen eine Hirschkuh und einen Hirsch bei der Paarung. »Die beiden Hirsche sind unser größtes und aufwändigstes Präparat. Sie werden ganz sicher ein Hingucker«, freut sich Ausstellungsmacherin Lisa Klepfer. »Die Tiere werden im Eingangsbereich der Sonderausstellung zu sehen sein und machen dort auf eine grundsätzliche Frage aufmerksam: Warum pflanzt sich die Mehrheit der Lebewesen auf unserer Erde sexuell fort und nicht auf andere Weise? Die Besucher erfahren in der Ausstellung, wie Evolutionsbiologen diese Frage beantworten und lernen alternative Fortpflanzungsarten kennen«, erklärt die Wissenschaftlerin.

Für die Präparation wurde den Rothirschen zunächst die Haut abgezogen. »Die Haut des männlichen Hirsches riecht besonders streng. Der Gestank ist typisch für die Brunftzeit«, erklärt Präparator Rudolf Loheide. Bevor die Hirschhäute zum Gerben bereit waren, mussten sie durch das Einmassieren von Salz entwässert werden. Nach knapp zwei Monaten beim Gerber waren die Häute haltbar und hatten ihren Geruch verloren. Anschließend wurden sie auf ein vorgefertigtes Modell aufgezogen. Mit Nadel und Faden nähten Loheide und Winkler die Haut auf dem Modell zusammen. Die Nähte sind an unauffälligen Stellen gesetzt und für den Betrachter nur schwer erkennbar. Das acht Kilogramm schwere Geweih wurde auf dem Kopf des Hirsches an einer Holzplatte befestigt, die fest mit dem Kopf des Hirsches verbunden ist. Als letzten Arbeitsschritt setzte Loheide die braunen Kunststoffaugen in den Hirschkopf ein. Nun stehen die beiden Tiere im Eingangsbereich der Ausstellung und warten auf deren Eröffnung – und auf viele Besucher.

Hintergrund zur Ausstellung:

Auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern präsentiert das LWL-Museum für Naturkunde das Thema »Sex« als Motor der Evolution. Begleitend zur Sonderausstellung läuft ein breites Spektrum an museumspädagogischen Programmen für Kinder und Jugendliche. Abgerundet wird das Angebot durch attraktive Führungskonzepte für Erwachsene. Zusätzlich sind ab Januar 2014 wieder literarische Rundgänge durch die Ausstellung sowie Begleitvorträge geplant.

Wann?

Die Sonderausstellung wird vom 11. Oktober 2013 bis zum 19. Oktober 2014 zu sehen sein.

Wo?


Größere Kartenansicht

(Quelle: PM des Landschaftsverband Westfalen-Lippe, LWL)

30. September 2013, ts

Rubrik:
Dies & Das
Region:
Münsterland
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