Sexualität und Sehnsucht: Kunst aus psychiatrischem Kontext

Unter dem Titel »InnenWeltenAußenWelten. Sexualität und Sehnsucht« ist in der Ausstellungshalle im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte vom 6. November 2010 bis zum 30. Januar 2011 Kunst aus psychiatrischem Kontext von 1900 bis heute zu sehen.

Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Dortmund.Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Dortmund (Foto: Mathias Bigge [Lizenz: CC-BY-SA 2.5]).Der Psychiater und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn nahm Anfang der 1920er Jahre in einer Studie als erster eine wissenschaftliche Auswertung der künstlerischen Arbeiten von Psychiatriepatienten vor. Er erkannte ihren Wert und ihren Einfluss auf die moderne Kunst. Die Ausstellung zeigt moderne Arbeiten der heute noch existierenden Sammlung Prinzhorn (Heidelberg) mit älteren Werken aus der Sammlung Morgenthaler (Bern/Schweiz) sowie aktuelle Outsider Art aus dem Dortmunder Projekt Art-Transmitter.

Sexualität ist ein bisher in der Darstellung der Kunst von Patienten psychiatrischer Einrichtungen noch fast unbehandeltes Thema. Die Ausstellung bricht mit diesem Tabu. Die Bilder sind nicht nur ein Spiegel von Begehrlichkeiten, sondern reflektieren darüber hinaus die sich im Laufe der Zeit ändernden gesellschaftlichen Einstellungen zur Sexualität.

Um 1900 war Sexualität in den damaligen Anstalten stark tabuisiert. Die Abteilungen waren strikt nach Frauen und Männern getrennt. Geschlechtsverkehr wurde praktisch gar nicht praktiziert. Sehnsüchte und Verlangen wurden häufig unterdrückt und teilweise künstlerisch verarbeitet. Es ist auffällig, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts Frauen in ihren Werken stärker romantische Sehnsüchte ausdrücken. So zeigen ihre Bilder – wie beispielsweise bei Rosa Marie Marbach – den idealisierten Angebeteten, Hochzeitspaare und ähnliche Motive. Die Darstellungen von Männern dagegen sind konkreter. Sie stellen Begehren und Lustobjekte klar dar. Beispiele sind die Darstellungen von Prostituierten bei Hans Fahrni oder die züchtige, jedoch entkleidete Hausfrau, die sich lasziv auf dem Sofa räkelt oder nackt mit dem Billardstock spielt, wie bei Oskar Büttikofer. Auch konkrete sexuelle Handlungen werden gezeigt, wie bei Leon Alphonse Kropf.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts ändern sich die Darstellungen hin zu recht realen Szenen, die auch Themen wie Masturbation oder sexuelle Übergriffe nicht ausschließen. Frauen scheinen sich ihrer Rolle bewusster zu werden und setzen sich auch künstlerisch mit »unbequemen« Themen auseinander.

Die Ausstellung ist ein TWINS-Projekt im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Sie wird gefördert von der RUHR.2010 GmbH, der Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und dem Trägerverein Art-Transmitter, der die Schau organisiert. Kooperationspartner sind die Sammlung Morgenthaler im Psychiatriemuseum Bern/Schweiz, die Sammlung Prinzhorn, Heidelberg, und das Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte.

Im Begleitprogramm widmen sich drei Konzerte zum Thema »Liebe und Sehnsucht« dem Verhältnis von Genie und Wahnsinn bei so bekannten Musikern wie Robert Schumann und Gustav Mahler. Sie finden am 22. November 2010 und am 17. und 31. Januar 2011 jeweils um 19 Uhr im MKK statt. Darüber hinaus werden an einigen Sonntagnachmittagen (7. und 21. November, 5. und 19. Dezember) öffentliche Führungen angeboten.

Weitere Informationen unter www.innenwelten-aussenwelten.de

Wann?

Die Ausstellung läuft vom 6. November 2010 bis 30. Januar 2011.

Die Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr, So von 10.00 bis 17.00 Uhr
Do von 10.00 bis 20.00 Uhr
Sa von 12.00 bis 17.00 Uhr

Wo?


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Eintrittspreise

Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Samstags ist der Eintritt frei.

(Quelle: PM der Stadt Dortmund)

5. November 2010, ts

Rubrik:
Kunst & Kultur
Region:
Ruhrgebiet
Tags:
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